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Das 24. VMM Mittelstandsfrühstück im westhouse Augsburg

Wie kann die Gesundheitswirtschaft Innovationen vorantreiben? Welche Rolle spielen neue Technologien für die Medizin und welche Chancen ergeben sich daraus für den Wirtschaftsstandort Augsburg? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigte sich das 24. VMM Mittelstandsfrühstück am Freitag, 2. Oktober 2026, im westhouse Augsburg.

Begrüßt wurden die Gäste von den beiden Gastgebern Andres Santiago, Geschäftsführer der VMM Medienagentur, und Gerhard Hab, Geschäftsführer des westhouse Augsburg. Das westhouse versteht sich als Ort der Begegnung und Vernetzung und bietet unter anderem Raum für Tagungen und Veranstaltungen aus dem Gesundheitsbereich. Mit dem „Medical Convention Hub“ soll zudem die internationale Vernetzung im medizinischen Umfeld gestärkt werden. Auch Santiago brachte eine persönliche Anekdote aus der Augenheilkunde mit und schlug damit die Brücke zum Thema des Vormittags. Durch das Programm führte wieder Lisa Graf, Head of Customer Relations.

Wie die Universitätsmedizin Innovationen in die Region bringt

Im anschließenden B4B Talk ging es um die Bedeutung der Gesundheitswirtschaft für Augsburg und die Frage, wie medizinische Innovationen in der Region vorangetrieben werden können. Anhand konkreter Praxisbeispiele wurde deutlich, wie eng Forschung, medizinische Versorgung, Technologie und Wirtschaft miteinander verbunden sind.

Zu Gast waren Richard Goerlich, Sprecher des Universitätsklinikums Augsburg und Leiter des Zentrums für Gründung und Innovation, Prof. Dr. Katharina Beyer, Direktorin der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Transplantationschirurgie am Universitätsklinikum Augsburg, Dr. Bernd Ohnesorge, Senior Advisor des Vorstands von Siemens Healthineers, sowie Lisa Figas, Gründerin und CEO von TelemetryDeck.

Von Medizininformatik bis Umweltmedizin

Richard Goerlich gab Einblicke in die Arbeit des Universitätsklinikums Augsburg und dessen Spezialisierung unter anderem auf Umweltmedizin und Medizininformatik. Auch das Gründerzentrum in der ehemaligen Kinderklinik war Thema.

Ein weiterer Schwerpunkt: die Sicherheit in der Medizin. Im Rahmen des Safety Camp und des geplanten Safety Campus am Universitätsklinikum geht es darum, medizinisches Personal auf außergewöhnliche Situationen vorzubereiten und neue Technologien unter realistischen Bedingungen zu erproben.

Der Safety Campus soll im Januar eröffnet werden. Dort sollen unter anderem Szenarien wie Blackouts, Drohnenangriffe, Hitzeperioden oder Pandemien simuliert werden. Denn mit zunehmender technologischer Vernetzung und komplexeren Versorgungssystemen steigen auch die Anforderungen an die Krisenvorsorge.

Robotik unterstützt die Chirurgie

Prof. Dr. Katharina Beyer zeigte am Beispiel einer Traube, welche Möglichkeiten moderne Technologien in der Chirurgie eröffnen. Robotische Systeme können insbesondere bei minimalinvasiven Eingriffen unterstützen.

Dabei geht es nicht nur um technische Möglichkeiten, sondern auch um die Frage, welche Verfahren sich in der Praxis bewähren und zum neuen Goldstandard werden können. Gerade minimalinvasive Operationen stellen für Operateur:innen körperlich hohe Anforderungen. Robotische Systeme können hier unter anderem durch die Arbeit an einer Konsole eine Entlastung ermöglichen. Im Mittelpunkt bleibt dabei die Patientensicherheit.

Datenschutz und Krisenfestigkeit als zentrale Themen

Auch Dr. Bernd Ohnesorge von Siemens Healthineers lenkte den Blick auf die Rahmenbedingungen, die für Innovationen in der Gesundheitswirtschaft entscheidend sind. Gerade im Gesundheitswesen müssen sensible Daten besonders geschützt werden. Gleichzeitig müssen bestehende regulatorische Rahmenbedingungen mit Entwicklungen wie Künstlicher Intelligenz und Robotik Schritt halten.

Ohnesorge sprach zudem über die Bedeutung einer offenen Fehlerkultur in der Medizin und über die Frage, wie sich Sicherheit und Krisenfestigkeit weiter stärken lassen. Die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie schnell Entscheidungen unter außergewöhnlichen Bedingungen getroffen werden müssen. Auch andere Krisenszenarien stellen Gesundheitssysteme vor neue Herausforderungen.

„Datenschutz ist Menschenschutz“

Welche Rolle Datenschutz bei digitalen Gesundheitsanwendungen spielt, erläuterte Lisa Figas, Gründerin und CEO von TelemetryDeck. Gerade bei Gesundheits- und Tracking-Apps entstehen Daten, die besonders sensibel sind.

Eine Möglichkeit besteht darin, Daten zu anonymisieren und anschließend für Auswertungen zu nutzen. Gleichzeitig müsse die Regionalität bei der Entwicklung digitaler Lösungen berücksichtigt werden.

Preisverleihung „B4B Beraterpool“

Ein weiterer Programmpunkt war die Verleihung des „B4B Beraterpool“-Preises. Die B4B-Redakteurinnen Angelina Märkl und Katharina Seeburger zeichneten Laura-Theresa Ebert, LL.M., Rechtsanwältin bei UP Rechtsanwälte, aus. Ihr Artikel „Notfallkoffer für Unternehmer: Wer handelt für mich, wenn ich nicht mehr kann?“ zeigt, wie wichtig es für Unternehmen ist, sich frühzeitig mit möglichen Krisen- und Notfallsituationen auseinanderzusetzen. Das passende Motto dazu: „Vorsorge ist besser als Nachsorge.“

Nach dem Bühnenprogramm blieb wie gewohnt Zeit für Gespräche und Diskussionen. Bei einem gemeinsamen Frühstück konnten die Teilnehmer:innen die Themen des Vormittags vertiefen, Kontakte knüpfen und sich miteinander austauschen. Darüber hinaus bot das westhouse Augsburg einen Blick hinter die Kulissen: Bei einer kurzen Führung konnten die Gäste die Räumlichkeiten des Veranstaltungsortes kennenlernen.