Algarve 2026: Smooth Jazz, Social Media und portugiesische Sonnenuntergänge
Unsere Werkstudentin Lena erzählt von ihrer dritten Reise zum Algarve Smooth Jazz Festival, einer internationalen Community und davon, warum Musik manchmal die schönste gemeinsame Sprache ist.
Ich habe noch das leise Surren der Videokassette im Ohr, die ich als Kind in den Rekorder schob. Kurz rauschte der Bildschirm weiß auf, dann flimmerten die Peanuts über den Fernseher. Sofort tauchte ich in ihre besondere Welt ein, litt mit dem ewigen Pechvogel Charlie Brown und feierte die Abenteuer des fantasievollen Snoopy. Was ich damals noch nicht wusste: Wer hinter der spielerischen Klaviermusik steckte, die dem Cartoon seinen unverwechselbaren Charme verlieh.
An der Algarve hörte ich diese Melodien plötzlich wieder. Es war dieselbe Musik, nur mit einem anderen Film dazu: die rötlichen Klippen der Südküste, der tiefblaue Atlantik im Hintergrund und die warme Abendsonne über dem Meer. Dazu flogen die Finger des virtuosen Pianisten David Benoit über die Tasten und versetzten das Publikum in eine träumerische Stimmung.
Zurück an die Algarve
Es war bereits das dritte Mal, dass ich für die Social-Media-Begleitung des Algarve Smooth Jazz Festivals nach Portugal reiste. Vieles war mir inzwischen vertraut – vor allem das Team rund um Sunny und Christian, das mich vom ersten Tag an herzlich aufgenommen hatte. Trotzdem war auch dieses Mal wieder eine gewisse Aufregung dabei, als ich mit iPhone und Gimbal in der Hand ins Flugzeug stieg.
Kaum angekommen, startete das Festival mit dem traditionellen Welcome Dinner, gefolgt von den ersten beiden Konzerten. Obwohl ich bei meinen vorherigen Reisen bereits zahlreiche Musiker:innen der Smooth-Jazz-Szene kennenlernen durfte, war mir aus dem diesjährigen Line-up lediglich der Host Oli Silk bekannt. Umso spannender war es, neue Künstler:innen zu entdecken. Erneut standen außergewöhnliche Musiker:innen auf der Bühne, die das Publikum mit ihrem beeindruckenden Können und ihrer mitreißenden Performance begeisterten.
Mehr als nur ein Festival
Ich erinnere mich noch gut daran, wie Christian bei unserem ersten Treffen von der „Smooth-Jazz-Familie“ sprach. Ehrlich gesagt konnte ich mir damals noch nicht viel darunter vorstellen und hielt es eher für eine Festivalfloskel. Heute werde ich bei meiner Ankunft von Gästen umarmt, bekomme gemeinsame Selfies aus den vergangenen Jahren gezeigt und höre, wie sehr sie sich über die Social-Media-Updates während des Jahres freuen.
Das familiäre Miteinander wird auch während des Festivals immer wieder betont – gerade in einer Zeit, die international von vielen Herausforderungen geprägt ist. Es ist die Musik, die Menschen aus aller Welt verbindet und Begegnungen schafft. Auch bei der Arbeit mit den Social-Media-Kanälen wird diese Verbundenheit immer wieder spürbar. Mittlerweile folgen dem Festival knapp 50.000 Menschen auf Instagram und fast 60.000 auf Facebook. Oft wirken solche Zahlen abstrakt. Vor Ort wird jedoch deutlich, dass sich hinter jedem Profil echte Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern verbergen, die durch den Smooth Jazz eine Leidenschaft teilen und eine gemeinsame Sprache entdecken.
Zwischen Bühne, Kamera und Atlantik
Während des Festivals hielt ich mit dem Smartphone die vielen besonderen Momente fest, um sie auch in den Wochen und Monaten danach mit der Community teilen zu können. Dabei waren es nicht nur die fantastischen Konzerte, die jeden Abend die Zuschauer begeisterten. Auch das wunderschöne Pine Cliffs Resort bot unzählige Motive. Mit seiner spektakulären Lage direkt an der Atlantikküste gehört es zweifellos zu den beeindruckendsten Orten, die ich bislang besuchen durfte.
Hinzu kamen verschiedene Ausflüge, etwa zu einer Orangenfarm, in die Ria Formosa oder auf eine Delfintour entlang der Küste. Doch nicht nur hinter der Kamera gab es viel zu erleben. Auch Backstage hatte ich die Gelegenheit, die Künstler:innen persönlich kennenzulernen, gemeinsam mit ihnen zu essen und interessante Gespräche zu führen. Dabei wurde mir einmal mehr bewusst, wie außergewöhnlich dieser Job ist und wie dankbar ich dafür sein kann.
Nach dem Festival ist vor dem Festival
Nun bin ich wieder zurück in Augsburg. Ein Teil von mir bleibt jedoch an der Algarve, denn jetzt beginnt die Nachbereitung: Stunden an Videomaterial wollen gesichtet, bearbeitet und über die Social-Media-Kanäle veröffentlicht werden. Neben Facebook, Instagram und TikTok planen wir in diesem Jahr erstmals auch Inhalte für YouTube. Dort wird es schon bald ein ausführliches Aftermovie geben.
Es warten also spannende Projekte und neue Herausforderungen. Und die Vorfreude auf das nächste Wiedersehen ist bereits groß. Denn schon im Oktober heißt es wieder: Koffer packen! Dann startet die nächste Smooth-Jazz-Flusskreuzfahrt in Wien.
